Evaluation über die Förderung von Geschlechtergerechtigkeit

DTAD-ID: 16288306
Region:
10115 Berlin (Mitte)
Auftragsart:
Öffentliche Auftraggeber
Dokumententyp:
Ausschreibung
Verfahrensart:
Öffentliche Ausschreibung
Vergabestelle:
Sichtbar nach Registrierung
Auftragnehmer:
Sichtbar nach Registrierung
Kategorien:
Marketing- und Werbedienstleistungen, Forschungs-, Entwicklungsdienste
CPV-Codes:
Vergabeordnung:
Dienstleistungsauftrag (VOL/VOF)
Kurzbeschreibung:
Evaluation über die Förderung von Geschlechtergerechtigkeit
Informationsstand
DTAD-Veröffentlichung:
14.04.2020
Frist Angebotsabgabe:
24.05.2020

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Leistungsbeschreibung
Beschreibung:
Evaluation über die Förderung von Geschlechtergerechtigkeit - 1. Hintergrund
Das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung e. V. (EWDE) vereint seit seiner Gründung
2012 die Diakonie Deutschland, die Diakonie Katastrophenhilfe und Brot für die Welt unter einem
Dach.
Brot für die Welt ist das weltweit tätige Entwicklungswerk der evangelischen Landes- und
Freikirchen in Deutschland, das in fast 100 Ländern rund um den Globus arme und ausgegrenzte
Menschen befähigt, aus eigener Kraft ihre Lebenssituation zu verbessern. Schwerpunkte der
Arbeit sind die Ernährungssicherung, die Förderung von Bildung und Gesundheit, die Achtung
der Menschenrechte sowie die Bewahrung der Schöpfung.
Im Mittelpunkt der Arbeit von Brot für die Welt steht die Förderung von Projekten im Globalen
Süden. Dabei arbeiten wir eng mit lokalen, oft kirchlichen Partnerorganisationen zusammen. Bei
Bedarf unterstützen wir diese auch durch die Entsendung von Fachkräften und Freiwilligen.
Brot für die Welt setzt sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter ein. Gemeinsam mit
unseren Partnerorganisationen engagieren wir uns dafür, dass alle Menschen unabhängig von
ihrer Geschlechtsidentität die gleichen Rechte und Chancen haben. Der Fokus liegt für uns dabei
vor allem auf der Ermächtigung von Frauen und Mädchen.
Gefördert werden Projekte, die die Verwirklichung von Geschlechtergerechtigkeit und Förderung
von Mädchen und Frauen zum Ziel haben sowie Projekte, die Gender als Querschnittsthema
haben. Die Zusammenarbeit erstreckt sich auf die Regionen Afrika, Asien, Südamerika, Europa
und Zentralasien.
Die geplante Evaluation soll eine Einschätzung zum Stand der Gender-Arbeit1
, der
Partnerorganisationen und ihrer Projekte liefern und Good Practice Beispiele identifizieren. Die
Ergebnisse sollen genutzt werden, um Lernprozesse bei Brot für die Welt zu vertiefen und die
strategische Ausrichtung bei der finanziellen Förderung und fachlichen Beratung von
Partnerorganisationen durch Brot für die Welt zu verbessern.
2011 wurde die Umsetzung der gemeinsamen Gender-Strategie von Brot für die Welt und dem
Evangelischer Entwicklungsdienst (EED), den Vorgängerorganisationen des heutigen Brot für die
Welt, evaluiert. 2018/19 beteiligte sich Brot für die Welt zusammen mit CARE und dem
Umweltbundesamt an einer Vergleichsstudie der Böll-Stiftung zur Umsetzung von
Geschlechtergerechtigkeit. Beide Initiativen legten den Fokus auf die institutionelle Umsetzung in
den jeweiligen Geberorganisationen. Der Fokus dieser Evaluierung liegt deshalb auf einer
Untersuchung der Verankerung von Geschlechtergerechtigkeit bei den Partnerorganisationen
und ihren Projekten.
2. Gegenstand der Evaluation
Gegenstand der Evaluation sind Partnerorganisationen, mit denen Brot für die Welt seit
mindestens zehn Jahren und in Projekten mit mindestens drei Förderphasen kooperiert. Es
handelt sich dabei sowohl um kirchliche als auch säkulare Organisationen. In der
Grundgesamtheit sind ca. 110 Projekte, die zwischen 2017 und 2019 bewilligt wurden. Die
Projekte weisen ein Fördervolumen von mindestens 150.000 EUR in den jeweiligen Förderphasen
auf und nehmen sich dem Thema der Geschlechtergerechtigkeit an. Eine Stichprobe von ca. 30
ausgewählten Projekten wird für eine vertiefte Dokumentenanalyse gezogen.
3. Ziele der Evaluation
Die Evaluation hat folgende Ziele:
1) Der Stand der Verankerung von Geschlechtergerechtigkeit in den Partnerorganisationen und
ihren Projekten im Verlauf mehrerer Förderphasen ist abgebildet.
2) Die (Weiter-)Entwicklung der Gender-Arbeit bei Partnerorganisationen und ihren Projekten im
Verlauf der Förderphasen ist analysiert.
3) Fördernde und hindernde Faktoren für die Verankerung von Geschlechtergerechtigkeit in den
Partnerorganisationen und ihren Projekten sind ermittelt.
4) Erfolgreiche Ansätze und Strategien der Gender-Arbeit sind identifiziert.
5) Empfehlungen für die Förderpraxis von Brot für die Welt zur Verankerung von
Geschlechtergerechtigkeit sind bereitgestellt.
Konkret sollen folgende Fragestellungen in der Evaluation bearbeitet werden:
4. Beschreibung der Gender-Arbeit in Partnerorganisationen und Projekten von
Partnerorganisationen von Brot für die Welt:
Institutionelle Verankerung:
 Welche Konzepte und Ansätze der Gender-Arbeit wenden die Partnerorganisationen an?
 Inwieweit ist Geschlechtergerechtigkeit in Governance, Management, Personalpolitik,
Kultur und Werten der Organisation verankert?
 Inwieweit findet eine Sensibilisierung für und Durchsetzung von geschlechterpolitischen
Forderungen durch Advocacy und Lobby auf allen Ebenen (lokal, national, international)
in der Arbeit der Partnerorganisationen statt?
Verankerung in Projekten:
 Wie ist Geschlechtergerechtigkeit in der Theory of Change und im Monitoring der
Projekte verankert? Inwieweit kann eine projektübergreifende Theory of Change
rekonstruiert werden?
 Werden in Projektkonzeption und -durchführung zur Förderung von
Geschlechtergerechtigkeit eher praktische Bedarfe berücksichtigt oder strategische
Interessen befördert oder findet beides Berücksichtigung?
5. Fragen zur Zusammenarbeit von Brot für die Welt und Partnerorganisationen
 Inwiefern trägt Brot für die Welt zur Förderung von Geschlechtergerechtigkeit bei
Partnerorganisationen und ihren Projekten bei?
 Welche gender-sensiblen Ansätze können auf die Zusammenarbeit mit Brot für die Welt,
welche auf andere Geldgeber zurückgeführt werden?
6. Untersuchung nach DAC Kriterien
Relevanz
 Auf welcher Grundlage werden die Zielgruppen der Projekte ausgesucht? Welche Rolle
spielt die Förderung von Geschlechtergerechtigkeit dabei? Gibt es dabei einen Bezug zur
Strategie der Organisation?
 Inwiefern liegen der Arbeit in den Projekten angemessene Problem- und Gender-Analysen
zugrunde? Welche Berücksichtigung finden intersektionale Perspektiven?
 Inwieweit hat sich die Gender-Arbeit der Projekte im Evaluationszeitraum gewandelt?
 Haben sich die Projekte veränderten Kontextbedingungen angepasst?
Effektivität
 Welche Ergebnisse werden in der Förderung von Geschlechtergerechtigkeit durch die
Projekte erzielt?
 Welche fördernden und hindernden Faktoren (z.B. institutionelle Faktoren, soziopolitischer
und kultureller Kontext, Persönlichkeiten (Change Agents), Geber und Netzwerke) können
für die Durchführung der Gender-Arbeit identifiziert werden?
 Was hat für die Durchführung/Entwicklung von Gender-Arbeit funktioniert? Welche
Konzepte/Ansätze/Strategien/Policies/Instrumente haben sich als geeignet erwiesen,
welche nicht?
Effizienz
 Welche Voraussetzungen in den Partnerorganisationen begünstigen eine gute/hohe
Effizienz bei der Umsetzung von Projekten, die sich mit Geschlechtergerechtigkeit
befassen?
 Werden Synergien durch die Arbeit in Netzwerken genutzt, um Wirkungen zu erzielen?
Lose:
nein
Planungsleistungen
nein
Lose
nicht zugelassen