Nachhaltigkeit in Vereinen

DTAD-ID: 17657709
Region:
06844 Dessau-Roßlau (Innenstadt)
Auftragsart:
Öffentliche Auftraggeber
Dokumententyp:
Ausschreibung
Verfahrensart:
Öffentliche Ausschreibung
Vergabestelle:
Sichtbar nach Registrierung
Auftragnehmer:
Sichtbar nach Registrierung
Kategorien:
Landschaftsgärtnerische Arbeiten
CPV-Codes:
Vergabeordnung:
Dienstleistungsauftrag (VOL/VOF)
Kurzbeschreibung:
Die Palette reicht von kleinen, ehrenamtlichen Heimat -, Kultur- und Migrant*innenvereinen bis zu großen, professionellen Vereinen/Verbänden mit konzernartiger Struktur, gar Börsennotierung. Quantitativ fällt diese Vereinsszene - inkl. ähnlicher Ini…
Informationsstand
DTAD-Veröffentlichung:
04.06.2021
Frist Angebotsabgabe:
28.06.2021

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Leistungsbeschreibung
Beschreibung:
Nachhaltigkeit in Vereinen - Das Vereinsleben in Deutschland ist eine wesentliche zivilgesellschaftliche Größe im Kultur- und Freizeitbereich. Die Palette reicht von kleinen, ehrenamtlichen Heimat -, Kultur- und Migrant*innenvereinen bis zu großen, professionellen Vereinen/Verbänden mit konzernartiger Struktur, gar Börsennotierung. Quantitativ fällt diese Vereinsszene - inkl. ähnlicher Initiativen und Gruppieren, die aus anderen Kulturkreisen kommend nicht nur klassisch vereinsmäßig organisiert sein dürften - durchaus ins Gewicht. Und obwohl es Leuchttürme gibt, ist dennoch das Potenzial für nachhaltigeres Vereinsmanagement/Vereinsleben groß und damit einhergehend auch noch viel Luft nach oben für mehr Verantwortungsübernahme als Vorbild mit Ausstrahlung in die unterschiedlichsten Milieus, Kulturen und Alterskohorten der Zivilgesellschaft. Hier schlummern Reserven, analog zum Ressourcenbereich mit urban and rural mining kann auch ein „Vereinsmining“ angeschubst und angeleitet werden. Die Vereinslandschaft blieb bis dato im Vergleich zu anderen Organisationsformen und zu managenden Einheiten wie z. B. kommunale Verwaltung, Bildungsträger, Unternehmen eher unbetrachtet und vernachlässigt. Jenseits der rein ökologischen Belange spricht die Vereinsszene im Besonderen auch die soziale Dimension der Nachhaltigkeit an, den gesellschaftlichen Zusammenhalt, der aktuell eher schwindet. Viele Publikationen thematisieren dieses gesellschaftliche Wir, auch der Philosoph Tristan Garcia; er sieht die Vielfalt und Reichhaltigkeit des gesellschaftlichen Gefüges als Spaltungsgefahr und zugleich als Spaltungsprävention, falls die Kate-gorisierungen zumindest unschärfer, also entschärft werden und das Pendel wieder in Richtung Versöhnung ausschlägt . Unbestritten ist, dass das Wir nicht via Ordnungsrecht und Ausrufen einer Wertegemeinschaft herzustellen ist; neue Elemente der Selbstorganisation müssen die Grundfunktionalitäten des Gesellschaftssystems ergänzen und stärken, gerade auch durch (inter)kulturelle Beiträge. Die Komplexitätswissenschaft hat längst bewiesen, dass dieses Einfließen neuer Impulse und Kreativbeiträge in bestehende Gefüge die erforderlichen System up dates katalysiert, aber eben nur, wenn das Einfließen auch vorgesehen, bestenfalls erwünscht ist. Schon Hannah Arendt hat das Prinzip und seine Fragmentierungskonsequenzen mit ihrer Formulierung „Praxisentzug“ treffend analysiert. Die Bedeutung der Vereins- und Verbändelandschaft sprach Angela Merkel auf dem 3. Ökumenischen Kirchentag im Mai 2021 in einem Hauptpodien nicht zufällig an. Das Projekt möchte neben dieser knapp skizzierten und vergleichsweise gut und breit angelegten sozial-integrativen Dimension der Vereinsszene die ökologische Dimension im Vereinsleben stärker in den Blick nehmen. Das heißt, es geht nicht um eine Überlagerung oder Veränderung bestehender Vereinszwecke und -ziele, die die vielen dort Engagierten verfolgen, sondern darum, wie nachhaltig diese Vereine bewirtschaftet und gemanagt werden und für diese Nachhaltigkeitsdimension Experimentier- und Erfahrungsräume bieten. Für den Bereich Biodiversität auf den Liegenschaften der Religionsgemeinden ver-sucht die z. B. das Abrahamische Forum . In einem sehr partizipativen, experimentell interventionscoachartigen Format und mit ei-nem gemeinsam erarbeiteten Einstiegsmanual in nachhaltiges Vereinsmanagement soll dieser Bereich motiviert und befähigt werden, seinen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten, ohne überfordert oder überrollt zu werden, bestenfalls Reputations- und Ressourcengewinnung für sich selbst zu entdecken. Auch bereits bestehende Leitfäden und Handreichungen z. B. zu abfallfreien, klimaneutralen Straßenfesten oder zum nachhaltigen Beschaffungswesen sollen für die Vereinsszene erschlossen werden. Vor dem Hintergrund der unter 1. skizzierten Ausgangs-, Potenzial- und Problemlagen soll ein sehr praxisnahes Projekt zum Heben des Nachhaltigkeitspotenzials in der Vereins-landschaft durchgeführt werden. Der hier veranschlagte Projektrahmen kann nur exemplarisch vorgehen und soll sich daher auf eine Metropolregion konzentrieren, denn der Projektrahmen reicht nicht für ein deutschlandweites Vorhaben aus, sondern ermöglicht eine erste Sondierung, soll dort allerdings auch zu Allianzen (gut möglich bei Beschaffung oder Mobilität) führen und mit einer Kommune, idealerweise einer Fairtrade- und/oder Transition Town, kooperieren, um die Chance auf Verstetigung zu erhöhen und die Aufklä-rungsarbeit auf die Vereine konzentrieren zu können. In einem bereits nachhaltigkeitsaffinen kommunalen Umfeld kann diese Saat leichter aufgehen und auch nach Projektende weiterwachsen und gedeihen. Die näheren fachlichen Einzelheiten sind der Leistungsbeschreibung zu entnehmen.\
Das Vereinsleben in Deutschland ist eine wesentliche zivilgesellschaftliche Größe im Kultur- und Freizeitbereich. Die Palette reicht von kleinen, ehrenamtlichen Heimat -, Kultur- und Migrant*innenvereinen bis zu großen, professionellen Vereinen/Verbänden mit konzernartiger Struktur, gar Börsennotierung. Quantitativ fällt diese Vereinsszene - inkl. ähnlicher Initiativen und Gruppieren, die aus anderen Kulturkreisen kommend nicht nur klassisch vereinsmäßig organisiert sein dürften - durchaus ins Gewicht. Und obwohl es Leuchttürme gibt, ist dennoch das Potenzial für nachhaltigeres Vereinsmanagement/Vereinsleben groß und damit einhergehend auch noch viel Luft nach oben für mehr Verantwortungsübernahme als Vorbild mit Ausstrahlung in die unterschiedlichsten Milieus, Kulturen und Alterskohorten der Zivilgesellschaft. Hier schlummern Reserven, analog zum Ressourcenbereich mit urban and rural mining kann auch ein „Vereinsmining“ angeschubst und angeleitet werden. Die Vereinslandschaft blieb bis dato im Vergleich zu anderen Organisationsformen und zu managenden Einheiten wie z. B. kommunale Verwaltung, Bildungsträger, Unternehmen eher unbetrachtet und vernachlässigt. Jenseits der rein ökologischen Belange spricht die Vereinsszene im Besonderen auch die soziale Dimension der Nachhaltigkeit an, den gesellschaftlichen Zusammenhalt, der aktuell eher schwindet. Viele Publikationen thematisieren dieses gesellschaftliche Wir, auch der Philosoph Tristan Garcia; er sieht die Vielfalt und Reichhaltigkeit des gesellschaftlichen Gefüges als Spaltungsgefahr und zugleich als Spaltungsprävention, falls die Kate-gorisierungen zumindest unschärfer, also entschärft werden und das Pendel wieder in Richtung Versöhnung ausschlägt . Unbestritten ist, dass das Wir nicht via Ordnungsrecht und Ausrufen einer Wertegemeinschaft herzustellen ist; neue Elemente der Selbstorganisation müssen die Grundfunktionalitäten des Gesellschaftssystems ergänzen und stärken, gerade auch durch (inter)kulturelle Beiträge. Die Komplexitätswissenschaft hat längst bewiesen, dass dieses Einfließen neuer Impulse und Kreativbeiträge in bestehende Gefüge die erforderlichen System up dates katalysiert, aber eben nur, wenn das Einfließen auch vorgesehen, bestenfalls erwünscht ist. Schon Hannah Arendt hat das Prinzip und seine Fragmentierungskonsequenzen mit ihrer Formulierung „Praxisentzug“ treffend analysiert. Die Bedeutung der Vereins- und Verbändelandschaft sprach Angela Merkel auf dem 3. Ökumenischen Kirchentag im Mai 2021 in einem Hauptpodien nicht zufällig an. Das Projekt möchte neben dieser knapp skizzierten und vergleichsweise gut und breit angelegten sozial-integrativen Dimension der Vereinsszene die ökologische Dimension im Vereinsleben stärker in den Blick nehmen. Das heißt, es geht nicht um eine Überlagerung oder Veränderung bestehender Vereinszwecke und -ziele, die die vielen dort Engagierten verfolgen, sondern darum, wie nachhaltig diese Vereine bewirtschaftet und gemanagt werden und für diese Nachhaltigkeitsdimension Experimentier- und Erfahrungsräume bieten. Für den Bereich Biodiversität auf den Liegenschaften der Religionsgemeinden ver-sucht die z. B. das Abrahamische Forum . In einem sehr partizipativen, experimentell interventionscoachartigen Format und mit ei-nem gemeinsam erarbeiteten Einstiegsmanual in nachhaltiges Vereinsmanagement soll dieser Bereich motiviert und befähigt werden, seinen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten, ohne überfordert oder überrollt zu werden, bestenfalls Reputations- und Ressourcengewinnung für sich selbst zu entdecken. Auch bereits bestehende Leitfäden und Handreichungen z. B. zu abfallfreien, klimaneutralen Straßenfesten oder zum nachhaltigen Beschaffungswesen sollen für die Vereinsszene erschlossen werden. Vor dem Hintergrund der unter 1. skizzierten Ausgangs-, Potenzial- und Problemlagen soll ein sehr praxisnahes Projekt zum Heben des Nachhaltigkeitspotenzials in der Vereins-landschaft durchgeführt werden. Der hier veranschlagte Projektrahmen kann nur exemplarisch vorgehen und soll sich daher auf eine Metropolregion konzentrieren, denn der Projektrahmen reicht nicht für ein deutschlandweites Vorhaben aus, sondern ermöglicht eine erste Sondierung, soll dort allerdings auch zu Allianzen (gut möglich bei Beschaffung oder Mobilität) führen und mit einer Kommune, idealerweise einer Fairtrade- und/oder Transition Town, kooperieren, um die Chance auf Verstetigung zu erhöhen und die Aufklä-rungsarbeit auf die Vereine konzentrieren zu können. In einem bereits nachhaltigkeitsaffinen kommunalen Umfeld kann diese Saat leichter aufgehen und auch nach Projektende weiterwachsen und gedeihen. Die näheren fachlichen Einzelheiten sind der Leistungsbeschreibung zu entnehmen.\
Erfüllungsort:
Dessau-Roßlau\
Dessau-Roßlau
Lose:
Die Gesamtleistung bildet ein Los.
Lose
Nein
Sonstiges
 
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