Sanierung eines Kirchturms

DTAD-ID: 15184949
Region:
65343 Eltville am Rhein (Eltville)
Auftragsart:
Öffentliche Auftraggeber
Dokumententyp:
Ausschreibung
Verfahrensart:
Beschränkte Ausschreibung mit Teilnahmewettbewerb
Vergabestelle:
Sichtbar nach Registrierung
Auftragnehmer:
Sichtbar nach Registrierung
Kategorien:
Architekturdienstleistungen, Ingenieur-, Planungsleistungen im Bauwesen
CPV-Codes:
Vergabeordnung:
Dienstleistungsauftrag (VOL/VOF)
Kurzbeschreibung:
Sanierung Fassade, Dach, Fenster und Blitzschutz des Burgturms. Gutachterliche Stellungnahme: "Anstelle einer älteren, wahrscheinlich ottonischen Wasserburg, die um 1300 zerstört wurde, begann 1329/30 Erzbischof Balduin von Trier auf der Ruinenstätt…
Informationsstand
DTAD-Veröffentlichung:
17.05.2019
Frist Angebotsabgabe:
03.06.2019

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Leistungsbeschreibung
Beschreibung:
Sanierung eines Kirchturms - Sanierung Fassade, Dach, Fenster und Blitzschutz des Burgturms.
Gutachterliche Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen
zur Kurfürstlichen Burg Eltville:
"Anstelle einer älteren, wahrscheinlich ottonischen Wasserburg, die um
1300 zerstört wurde, begann 1329/30 Erzbischof Balduin von Trier auf
der Ruinenstätte eine ausgedehnte Burganlage aufzubauen. Auch bewog er
Kaiser Ludwig den Bayern, Eltville 1332 das Stadtrecht zu verleihen und
die Befestigung mit Mauern, Türmen und Gräben zu gestatten. Unter dem
Nachfolger Heinrich von Virneburg wurde die Burg zur Residenz der
Erzbischöfe von Mainz ausgebaut und war bevorzugter Aufenthaltsort des
Landesherrn und Kurerzkanzlers, war damit "Residenz des höchsten
Reichsfürsten und des höchsten Beamten des Heiligen Römischen Reiches
Deutscher Nation".
Nach der Zerstörung im 30jährigen Krieg erfolgte 1682/83 durch
Schloßbaumeister Giovanni Angelo Baralla unter Kurfürst Anselm Franz
von Ingelheim der Wiederaufbau - jedoch mit Veränderungen. Nach dem
Ende des Mainzer Kurstaates ging die Burg in den Besitz der Fürsten von
Nassau-Usingen über, später dann an das Herzogtum Nassau. 1867 wurde
sie preußisches Staatseigentum und kam 1936 dann an die Stadt Eltville,
in deren Eigentum sie bis heute ist.
Die ursprüngliche Anlage lagerte sich um einen viereckigen Innenhof: an
der Rheinseite im Süden befan- den sich der Palas mit den Gemächern des
Erzbischofs sowie der Wohnturm, im Ostbau waren die Verwaltung und im
Westflügel Wirtschaftsräume untergebracht. Erhalten sind heute noch der
mächtige Wohnturm und der im Laufe der Geschichte veränderte, an den
Turm unmittelbar anschließende Ostbau.
Kunstgeschichtlich besitzt der um 1350 fertiggestellte Wohnturm
(Donjon) besondere Bedeutung, da dieser Typus des wehrhaften
Wohnturmes, aus Frankreich kommend, in Deutschland heute kaum mehr zu
finden ist. Er entspricht in etwa dem Bergfried deutscher Burgen, ist
aber im Gegensatz zu diesem zu dauerndem Wohnen eingerichtet.
So befinden sich auch hier über dem tonnengewölbten Verließ vier
Geschosse mit je einem Raum, so z.B. die Grafenkammer, die Wohnung des
Küchenmeisters und Domherrenkammer, wobei noch wertvolle Teile der
Innenausstattung wie Sandsteinschränke, ein gotischer Kamin oder
Wandbemalung den Wert und die Besonderheit dieses Bauwerkes
unterstreichen.
Mit seinem mächtigen Äußeren, der Wehrplatte mit Zinnenkranz und
Ecktürmchen stellt der Turm der Eltviller Burg das eindrucksvollste
Beispiel dieser Baugattung am Mittelrhein dar, gemessen an den
Wohntürmen der erzbischöflichen Stadtburgen etwa in Oberlahnstein
(Kurmainz), Boppard (Kurtrier) oder Andernach (Kurköln).
Neben der überragenden kunstgeschichtlichen Bedeutung des Wohnturmes
ist für die geschichtliche Dimension der Burg wichtig, daß in dieser
Residenz der Mainzer Landesherren und Kurerzkanzler des Reiches manche
Persönlichkeit wirkte, Verhandlungen stattgefunden haben und Verträge
abge- schlossen worden sind, die für die politische Entwicklung des
Landes und des Reiches und für die sozialen und kulturellen
Verhältnisse in der Region von Bedeutung waren.
Am bekanntesten ist hier die Verbindung der Eltviller Burg mit dem
Namen Gutenberg, der hier am 17.1.1465 von Kurfürst Adolf von Nassau
zum Hofedelmann, ernannt wurde; gerade mit dieser Verbindung zu dem
Mann, der durch seine Erfindung die Verbreitung von Wissen und Bildung
- damit auch die "Demokratisierung von Bildung" - ermöglichte, gewinnt
die Eltviller Burg eine Bedeutung, die nicht nur innerhalb der Grenzen
von kurmainzischem Gebiet ehemals oder der des Rheingaues heute
festzusetzen ist."
Erwartet wird das Verständnis für die besondere Herangehensweise bei
denkmalgeschützten Gebäuden. Bevorzugt werden qualifizierte Architekten
und Ingenieure, die entsprechende Weiter- und Fortbildungen, wie z. B.
Fortbildungen in den Bereichen Burgen, Putz an historischen Gebäuden,
Instandsetzung von historischen Mauerwerken und auch historischen
Schiefereindeckungen, insbesondere der Probstei Johannesberg,
nachweisen können. Die Referenzen sollen sich auch auf die vorgenannten
Qualifizierungsbereiche beziehen.
Neben der Qualifikation und der Sensibilität wird auch die Erfahrung im
Umgang mit historischer Bausubstanz erwartet.
Referenzen und Qualifikationen sind beizufügen.
Weiterhin ist mitzuteilen, wann die frühste mögliche Arbeitsaufnahme
wäre.
Gemeinsames Vokabular für öffentliche Aufträge (CPV)
Hauptgegenstand:
71000000 Dienstleistungen von Architektur-, Konstruktions- und
Ingenieurbüros und Prüfstellen
Ergänzende Gegenstände:
71240000 Dienstleistungen von Architektur- und Ingenieurbüros sowie
planungsbezogene Leistungen
Erfüllungsort:
Ort der Ausführung / Erbringung der Leistung : Burgstraße 1, 65343
Eltville am Rhein
NUTS-Code : DE71D Rheingau-Taunus-Kreis
Lose:
nein
Planungsleistungen
nein
Lose
nicht zugelassen